Das Tempo aus Lana heraus war zunächst kontrolliert, doch schon früh im Rennen wurde klar, dass sich niemand auf taktische Spielchen verlassen würde. Eine erste scharfe Tempoverschärfung sorgte schnell dafür, dass sich die Spreu vom Weizen trennte. Fahrer um Fahrer knapp 100 Startern mussten reißen lassen, bis nur noch die absoluten Favoriten übrig blieben. Dann setzte Lokalmatador Philipp Götsch die nächste Duftmarke. Mit einem explosiven Antritt forcierte er das Rennen erneut und reduzierte die Spitzengruppe endgültig auf zwei Fahrer: Götsch und wer hätte es gedacht - natürlich Quirin. Zwei Bergfahrer. Zwei Rennstile und ein Duell am Limit.
Doch Quirin spürte an diesem Tag früh, dass die Beine außergewöhnlich gut waren. Nachdem Götsch nach seiner Attacke sofort Führungsarbeit einforderte, übernahm Quirin ohne zu zögern die Spitze — und drückte selbst aufs Gas. Was zunächst nur ein kurzer Belastungstest sein sollte, entwickelte sich innerhalb weniger Sekunden zur entscheidenden Szene des Rennens. Quirin trat an — und die Lücke ging sofort auf. Rund 100 Meter Vorsprung öffneten sich innerhalb kürzester Zeit. Ein kurzer Blick nach hinten. Dann die instinktive Entscheidung: Vollgas bis ins Ziel, alles was geht. Was dann folgte, war ein Solo-Ritt der Extraklasse. Mehr als 30 Minuten alleine gegen den Berg, gegen die Übersäuerung und gegen einen Puls von bis zu 211 Schlägen pro Minute. Kein Windschatten. Kein taktisches Abwarten. Nur Quirin, der Gampenpass und ein Tempo, das selbst die stärksten Bergfahrer des Tages nicht mehr kontern konnten. Während hinter ihm Philipp Götsch alles versuchte, um die Lücke zu schließen, brachte Quirin seine derzeit überragende Form kompromisslos auf die Straße. Meter für Meter. Kurve für Kurve. Immer tiefer im roten Bereich — aber ohne ein einziges Mal einzubrechen. Nach 46 Minuten voller Leiden, Kontrolle und purer Entschlossenheit überquerte unser IMPULS-Pilot schließlich mit unglaublichen 50 Sekunden Vorsprung die Ziellinie und feierte seinen zweiten Sieg in Folge innerhalb der Südtiroler Bergcup-Serie. Ein Statement-Sieg. Einer, der in den Köpfen der Konkurrenz ankommt.
Besonders betonte Quirin im Anschluss an das Rennen das Verhalten der Konkurrenz. Direkt nach dem Ziel suchte Philipp Götsch den Weg zu Quirin, gratulierte fair und anerkennend zu dieser außergewöhnlichen Leistung — ein sportlicher Moment, der den Charakter dieses Rennens perfekt widerspiegelte. Für Quirin selbst wurde der Tag auch emotional zu etwas Besonderem. Die Unterstützung seines Vaters, seiner Freundin Saskia und eines engen Freundes machten diesen Triumph am Gampenpass zu einem Erlebnis, das weit über das reine Rennergebnis hinausgeht. Umso schöner macht diesen Erfolg die Tatsache, wie sehr das gesamte Team diesen Tag mitgelebt hat. Während Quirin den Gampenpass hinaufflog, wurde zuhause mitgefiebert, mitgelitten und jede neue Zwischeninfo sehnsüchtig erwartet. Jeder Einzelne im Team wusste, welch außergewöhnliche Leistung dort gerade auf die Straße gebracht wird. Entsprechend groß war die Freude, als Quirin schließlich vom nächsten Sieg berichten konnte. Solche Momente machen nicht nur sportlich stolz, sondern zeigen einmal mehr, was für einen besonderen Stellenwert Zusammenhalt, Leidenschaft und gegenseitige Unterstützung innerhalb des Radteam IMPULS haben.
Mit den Siegen am Mendelpass und nun auch am Gampenpass reist Quirin nun als Führender und wohl stärkster Bergfahrer der Serie zum großen Finale ans Stilfserjoch. Die Form stimmt. Das Selbstvertrauen ebenfalls. Und eines dürfte spätestens jetzt jedem klar sein: Wer die Südtiroler Bergcup-Serie gewinnen will, wird an Quirin vorbei müssen.
Quirin
17,7 km | 1204 hm
46:31.9
Overall: 1 | AK: 1


















Kommentar schreiben