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SUPERGIRO DOLOMITI

Wenn ein Radmarathon als der wohl härteste im gesamten Alpenraum bezeichnet wird, dann ist das keine Übertreibung. Der SuperGiroDolomiti führte unsere beiden IMPULS-Piloten Manuel und Thomas auf eine Strecke, die selbst erfahrenen Ausdauersportlern größten Respekt abverlangt: 218 Kilometer, über 5.000 Höhenmeter, mehrere Alpenpässe und mit dem berüchtigten Monte Zoncolan einer der gefürchtetsten Anstiege des internationalen Radsports.

 

Bereits kurz nach dem Start in Lienz wurde klar, dass dieser Tag keine Geschenke verteilen würde. Nach einigen schnellen und flachen Kilometern ging es direkt in die ersten langen Anstiege hinein. Während Thomas bewusst versuchte, die ersten beiden Pässe offensiv anzugehen und eine starke Gruppe für den weiteren Rennverlauf zu finden, zeigte auch Manuel von Beginn an, dass er sich an diesem Tag nicht verstecken wollte. Am Gailbergsattel fiel kurz vor der Passhöhe das Tempo im Feld spürbar ab. Niemand wollte die Initiative übernehmen. Für Manuel der Moment, auf den Rennfahrer warten. Gemeinsam mit einem weiteren Fahrer nutzte er die Situation und setzte sich vom Feld ab. Was zunächst wie ein mutiger Vorstoß wirkte, entwickelte sich schnell zu einem der prägenden Momente des gesamten Rennens.

 

Die beiden Ausreißer harmonierten hervorragend, überquerten gemeinsam den Plöckenpass und arbeiteten sich bis zum Anstieg nach Ravascletto vor. Dort zeigte Manuel eindrucksvoll seine Klasse. Am berüchtigten Monte Zoncolan musste sein Fluchtgefährte schließlich abreißen lassen, während der IMPULS-Fahrer alleine weiterzog und den Gipfel mit rund einer Minute Vorsprung erreichte. Wer schon einmal ein Rennen auf diesem Niveau gefahren ist, weiß, was das bedeutet. Über weite Strecken eines derart selektiven Marathons vor dem Feld unterwegs zu sein, verlangt nicht nur Mut, sondern vor allem außergewöhnliche körperliche Stärke. Entsprechend groß war die Aufmerksamkeit entlang der Strecke. In den Live-Übertragungen und Videoaufnahmen war das Radteam IMPULS immer wieder prominent vertreten – ein Auftritt, der sowohl bei Zuschauern als auch bei Mitstreitern Eindruck hinterließ.

 

Doch der Radsport schreibt seine eigenen Geschichten. Manuel musste den gesamten Tag mit einer ausgefallenen Hinterradbremse bestreiten. Besonders in der extrem steilen Abfahrt vom Zoncolan wurde dies zum entscheidenden Handicap. Mehrfach musste er volles Risiko vermeiden, verlor wertvolle Sekunden und kam sogar einmal von der Straße auf eine Wiese, konnte einen Sturz jedoch gerade noch verhindern. Die Verfolgergruppe um den späteren Sieger schloss auf und übernahm zunächst die Initiative. Noch einmal gelang es Manuel, die Lücke zu schließen und sich zurück in die Spitzengruppe zu kämpfen. Doch das hohe Tempo der ersten Rennhälfte forderte seinen Tribut. Am Südanstieg des Plöckenpasses meldeten sich die ersten Krämpfe, die Beine wurden schwer und die Gruppe zog davon. Was folgte, war kein Rennen mehr gegen Konkurrenten, sondern gegen den eigenen Körper. Kilometer um Kilometer kämpfte sich Manuel durch das windanfällige Lesachtal, immer mit dem Ziel vor Augen, das Rennen trotz aller Widrigkeiten erfolgreich zu beenden.

 

Auch Thomas hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seinen eigenen Kampf zu bestreiten. Sein Plan, die ersten beiden Anstiege offensiv zu fahren und anschließend von einer starken Gruppe zu profitieren, ging zunächst auf. Nach rund 1.200 Höhenmetern folgte jedoch eine unerwartete Wendung. Ausgerechnet in einer längeren Abfahrt traf er auf unseren Verpfleger, Quirin, der gleichzeitig mit einem Platten zu kämpfen hatte. Während der kurzen Verzögerung zog die Gruppe davon und Thomas musste den restlichen Renntag praktisch alleine bestreiten. Nach rund vier Stunden und bereits 2.700 absolvierten Höhenmetern betrug der Rückstand auf die Spitze rund 20 Minuten. Ohne Windschatten und Gruppenunterstützung wurde die zweite Rennhälfte zu einer echten Willensprüfung. Dennoch ließ sich Thomas nicht aus dem Konzept bringen. Kilometer für Kilometer arbeitete er sich über die Pässe und durch die Täler der Dolomitenlandschaft, immer mit einem klaren Ziel vor Augen: die magische Acht-Stunden-Marke zu knacken.

 

Während Manuel in der Schlussphase noch Anschluss an eine vierköpfige Gruppe fand und gemeinsam mit ihr die letzten Kilometer zurück nach Lienz absolvierte, konnte auch Thomas seine letzten Reserven mobilisieren. Am Ende standen zwei beeindruckende Leistungen auf der Ergebnisliste. Thomas erreichte nach 7:47 Stunden das Ziel, belegte Platz 74 von 566 Startern und unterbot sein persönliches Ziel deutlich. Angesichts von über 200 Kilometern, mehr als 5.000 Höhenmetern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 28 km/h eine Leistung, die höchsten Respekt verdient. Mindestens genauso bemerkenswert war Manuels Rennverlauf. Auch wenn Defekte und Krämpfe den Traum auf eine Top-Platzierung verhinderten, wird vor allem sein mutiger Ausreißversuch in Erinnerung bleiben. Über einen langen Zeitraum das Rennen aktiv mitzugestalten, den Zoncolan als Solist zu erreichen und dabei die Aufmerksamkeit auf sich und das Team zu lenken, war ein eindrucksvoller Beleg seiner aktuellen Form.

 

Ein besonderer Dank gilt abschließend Quirin, sowie Manuels Freundin und Familie, die unsere Fahrer entlang der Strecke begleitet und an den Verpflegungspunkten versorgt haben. Gerade bei einem Rennen dieser Größenordnung sind zuverlässige Helfer oft der unsichtbare Schlüssel zu starken Leistungen. Ohne diesen Einsatz wären persönliche Bestzeiten und ambitionierte Ziele kaum realisierbar. Gleichzeitig zeigt genau das, was das Radteam IMPULS ausmacht: Teamgeist, Zusammenhalt und Freundschaften, die weit über den Sport hinausgehen. So bleibt vom SuperGiro Dolomiti ein Wochenende voller Emotionen, großer sportlicher Herausforderungen und starker Leistungen. Ein Wochenende, auf das wir als Team mit Stolz zurückblicken.


Manuel 

Thomas

218 km | 5060 hm

218 km | 5060 hm

07:06:16.4

07:47:00.7

Overall: 20 | AK: 7

Overall: 74  | AK: 38



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